Anliegen und Anfänge

„Nach dem Motto „Nicht für die Schule, für das Leben lernen“ möchten wir den Schülerinnen und Schülern Kenntnisse vermitteln über Lebensbereiche, zu denen sie in der Schule sonst nur schwer Zugang bekommen können. Ihnen werden neue Lebenserfahrungen ermöglicht im Kontakt mit Menschen, die auf andere angewiesen sind. Dabei können die Schülerinnen und Schüler sich selbst und ihre Fähigkeiten im Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen kennen lernen. Sie lernen, Verantwortung für andere zu übernehmen. Auf diese Weise wird das Wesentliche des Lebens deutlicher und wichtige soziale Kompetenzen wie das Einfühlungsvermögen sowie die Bereitschaft, sich für die Allgemeinheit einzusetzen, werden gestärkt.“ (aus dem Eltern- und Schülerbrief an die Achtklässler)

Mit diesem Anliegen der ReligionslehrerInnen beginnt vor sieben Jahren das Sozialpraktikum am HCG, zunächst - mit Genehmigung der beiden Schuldekane – anstelle des evangelischen und katholischen Religionsunterrichts in Kl. 8. Inzwischen ist das es Teil der „Sozialen Säule“ unseres Schulprofils und verbindliches Schulfach für die gesamte Jahrgangsstufe 8.

Praktikumsplätze

Ursprünglich leistete der überwiegende Teil der Schüler das Praktikum in den Kindergärten und Senioreneinrichtungen der Umgebung ab, dazu kamen einige wenige Behinderteneinrichtungen (Offene Hilfe Ilsfeld, Behindertenwerkstätte Talheim). Heute spielen zudem Kinderkirchenteams, Kinderbibelwochen, die alternativen Läden (Weltladen, CAP-Laden) und in letzter Zeit zunehmend die Kindergruppen der Sportvereine eine wichtige Rolle. Unsere einzige Tierschutzeinrichtung ist das Igelkrankenhaus in Stocksberg. Immer mal wieder finden SchülerInnen in Eigeninitiative besondere Plätze (Therapeutisches Reiten, Betreuung eines behinderten Kleinkinds, Initiative für Langzeitarbeitslose). Inzwischen haben wir über 50 Adressen in unserer Datei; ständig kommen neue hinzu, andere fallen weg.

Ablauf

Das Praktikum findet in zwei Phasen statt: zwischen Weihnachts- und Faschingsferien und zwischen Oster- und Pfingstferien. Dazu wird Jahrgangsstufe 8 in zwei gleich große Gruppen aufgeteilt.

  • Auf drei Vorbereitungstreffen am Nachmittag äußern die Schüler/innen ihre Wünsche fürs Praktikum, werden den entsprechenden Plätzen zugeteilt und bereiten sich auf die Arbeit in der jeweiligen Einrichtung vor.
  • Während der Praktikumsphase arbeiten sie dann zwölf Stunden lang in ihrer Einrichtung, entweder in 6x2 Stunden nachmittags während der Schulzeit oder zunehmend auch dreimal halbtags in den Ferien.
  • Auf einem dreistündigen Auswertungstreffen an einem Samstagvormittag werden die Erfahrungen besprochen und grundsätzliche Werte im Leben diskutiert. Die Schüler/innen verfassen einen Berichtordner, der bewertet wird. Außerdem erhalten sie in der Regel eine Beurteilung durch ihre Betreuungspersonen. Sie können auch einen Qualipass des Bundesministeriums für Jugend und Sport erwerben und anlegen, in dem jede ehrenamtliche Tätigkeit (Vereine, SMV etc.) dokumentiert wird. Das Praktikum erscheint mit einer qualifizierten Bewertung im Zeugnis der Klasse 8. 

Erfahrungen

„Ich hätte nicht gedacht, dass ich das kann“ – diese Aussage einer Schülerin auf dem letzten Auswertungstreffen ist beispielhaft für die überwiegend sehr positiven Erfahrungen, die wir seit Jahren von den PraktikantInnen zurückgemeldet bekommen und die uns bestärken, weiterzumachen trotz der zunehmenden organisatorischen Schwierigkeiten. So bietet das Sozialpraktikum ein kleines Gegengewicht gegen die Kopflastigkeit des Gymnasiums.